Handball: Keine Relegation mit TSV Korbach

In Handballby Waldeckische Landeszeitung

Aufstiegsspiele zur Handball-Landesliga finden nicht statt – Hünfeld bleibt drin

Griff an den Kopf: Korbachs Trainer Harald Meißner (Zweiter von links) und seine Spieler Marc Wilke, Daniel Dierdorf und Lukas Westmeier (von links) werden auch nächste Saison in der Handball-Bezirksoberliga starten. Foto: Artur Worobiow

VON JÜRGEN HEIDE

Korbach – Nachdem das Präsidium des Hessischen Handballverbands (HHV) am vergangenen Freitag den Spielbetrieb für alle Klassen eingestellt und die damit auch die Spielrunde 2019/20 für beendet erklärt hatte, gab es Irritationen, um die Relegationsspiele der Männer zur Landesliga Nord. Diese waren bis gestern Mittag auch noch auf Kommunikationsplattform „Nu-Liga“ angesetzt. Da der Tabellenstand vom 13. März 2020 maßgebend für die Platzierungen der Saison sein soll, wären der TSV Korbach als Zweiter der Bezirksoberliga Kassel/Waldeck und die ESG Gensungen/Felsberg II als Zweiter der Bezirksoberliga Melsungen-Fulda die Teilnehmer an den für den 8. und 10. Mai angesetzten Aufstiegsspiele gewesen. „Die Saison ist beendet“, sagte Günter Dörr gestern, was, so der HHV-Geschäftsführer, auch für Relegationsspiele gelte.

„Für Einzelfälle werden wir Lösungen finden“, antwortete Dörr auf die Frage der Auswirkungen der nun nicht stattfindenden Aufstiegsspiele. Manfred Leber wurde in diesem Punkt deutlicher. Da die Saison beendet sei und es deshalb auch keine Aufstiegsspiele geben würde, „gibt es einen Absteiger aus der Landeliga weniger“, sagte der Klassenleiter der Landesliga Nord. Somit bleibe auch der Drittletzte „Hünfeld drin“, so Leber, damit die Liga auf ihre Richtzahl von 14 Mannschaften komme.

„Da haben es sich die Herren des HHV einfach gemacht, was mich nicht überrascht. Sie sind den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Das kann ich nicht verstehen, nachdem der Verband im letzten Jahr die Relegation völlig unnötig noch durchgeprügelt hatte“, zürnte Harald Meißner.

Der Korbacher Trainer kann auch die Entscheidung den Spielbetrieb für beendet zu erklären, statt eine Pause einzulegen nicht verstehen. „Das war nicht gut durchdacht. Der HHV hat sich keine Zeit gelassen, die einzelnen Klassen anzuschauen“, sagte Meißner und stellt die Frage, „was hätte man denn verloren, wenn man erst einmal eine Pause eingelegt hätte, da die Saison bis zum 30. Juni läuft?“

Auch die Entscheidung, die Saison mit den Tabellenständen vom 13. März zu werten, ist umstritten. „Das war die geringste sportliche Wettbewerbsverzerrung“, sagte Dörr, der seinem Verband, „wir haben keine Fernsehverträge zu erfüllen, etwas mehr Weitsicht als vielen anderen Verbänden“, einschließlich den Handball-Bundesligen, „die in Hoffnung leben“, unterstellt. „Wir haben richtig entschieden“, sagt der selbstbewusste Funktionär über den Saisonabbruch sowie dessen Modalitäten und spricht von einer Zustimmung von „95 Prozent“. Die Vereine, die damit nicht einverstanden sind, „können gerne Einspruch einlegen“, sagte Dörr.

Der TSV Korbach will das auch bezüglich der verpassten Aufstiegschance durch die abgesetzten Relegationsspiele nicht tun. „Wir werden das so hinnehmen“, sagt Abteilungsleiter Stefan Backhaus, der sich aber eine bessere Kommunikation von Seitens des Verbandes gewünscht hätte.

.„Wir wollten zwar aufsteigen und die Mannschaft hätte das auch verdient. Aber wir werden gegen die Entscheidung nicht vorgehen“, sagte auch Meißner, der seinen Spielern wegen den geschlossenen Hallen Trainingspläne geschickt hat, damit diese sich fit halten.

Quelle

Waldeckische Landeszeitung

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV 1850/09 Korbach e. V. Sportredaktion: Gerhard Menkel (Leiter), Manfred Niemeier, Werner Spitzkopf, Jürgen Heide, Reinhard Schmidt und Dirk Schäfer.

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