Alicia Schilling - TSV Korbach

Leichathletik: Wechsel nach Wiesbaden

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Konsequenz aus „Trainernotstand“: Alicia Schilling startet nicht mehr für TSV Korbach

Von Gerhard Menkel

Korbach. Die Leichtathletik-Sparte des TSV Korbach verliert ihre mit Abstand beste Werferin. Alicia Schilling ist zum TuS Eintracht Wiesbaden gewechselt, ab 1. Januar startet sie für ihren neuen Verein. Notgedrungen, wie sie versichert. Letztlich ist der Wechsel die Konsequenz aus einem, wie sie sagt, „Trainernotstand“ für das Werfen im Rhein-Main-Gebiet.

Die 20 Jahre alte Diskusspezialistin lebt und trainiert seit vier Jahren in Frankfurt, baute hier ihr Abitur und gehört als Kommissar-Anwärterin der Sportfördergruppe der hessischen Polizei an. Nach diversen Wechseln ihrer Übungsleiter war sie froh, dass sie über ihre Freundin und Polizei-Kameradin, der Bob-Pilotin Kim Kalicki, in Tim Restle einen Trainer für Athletik und Kraft fand, mit dem sie unbedingt weiter arbeiten möchte.

Restle gehört der Wiesbadener Eintracht an. Der Verein habe darauf gepocht, dass sie als von ihm betreute Leichtathletin dann auch für den TuS starte, sagt die 20-Jährige. Der Schritt fiel ihr nicht leicht. „Es hat mir leid getan, ich bin sehr heimatverbunden.“ Es ist ihr wichtig darauf hinzuweisen, dass sie Mitglied des TSV Korbach bleibt, dem Verein, bei dem sie ausgebildet wurde und in dessen Dress sie mehrere Hessentitel geholt und Endkampfplätze bei „Deutschen“ erreicht hat.

Nun ist Restle kein Fachmann fürs Werfen, sondern Landestrainer Bob. „Das Athletik- und Krafttraining beim Bobsport ähnelt aber dem im Wurfbereich, das passt sehr gut“, sagt Alicia Schilling. Für das werferspezifische Training arbeitet sie mit dem Landestrainer Wurf für Baden-Württemberg, Lutz Klemm, zusammen, zu dessen Schützlingen der 91-Meter-Speerwerfer Andreas Hofmann gehört.

Hauptsache verletzungsfrei

Klemm sitzt in Mannheim, eine Autostunde von Frankfurt, Wiesbaden ist kaum schneller zu erreichen. „Viel Fahrerei“, sagt Alicia Schilling. Dafür, dass sie für ihren Sport einen so großen Aufwand bereit ist zu betrieben, klingt ihr wichtigstes Ziel für das kommende Jahr erst mal nach nicht viel. „Mein größter Wunsch ist eine verletzungsfreie Saison.“ Doch das kann man verstehen, sie hat eine längere Leidensgeschichte hinter sich.

Nach der schweren Knieverletzung, die sie im Vorjahr monatelang zur Pause zwang, kämpfte sich Alicia Schilling zwar wieder in die deutsche U-23-Spitze. Im Mai erzielte sie mit 50,34 Metern neue persönliche Bestleistung, verpasste die Qualifikation für die Junioren-WM nur knapp, schaffte es aber als einzige Athletin eines heimischen Vereins in die DLV-Bestenliste der Frauen (Platz 17) und – als Jahrgangsjüngste – der U 23 (Platz acht). „Für mehr hat es aber nicht gereicht“, sagt sie. Autounfall, ein angebrochener Fuß und Krankheiten wie unmittelbar vor den deutschen Meisterschaften warfen sie abermals in der Leistungsentwicklung zurück.

Entmutigen lässt sich Alicia Schilling nicht. Sportlich nimmt sie die B-Kader-Norm ins Visier und will den Diskus 54 Meter weit werfen. Das wäre eine satte Steigerung, aber, sagt sie, „nicht komplett weit weg“. Zumindest 53 Meter weit hat sie die einen Kilogramm schwere Scheibe schon geworfen, wenn auch nicht im Wettkampf.

Quelle

Waldeckische Landeszeitung

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV 1850/09 Korbach e. V.
Sportredaktion: Gerhard Menkel (Leiter), Manfred Niemeier, Werner Spitzkopf, Jürgen Heide, Reinhard Schmidt und Dirk Schäfer.

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