Corona-Stillstand: Waldeck-Frankenberger Sport zwischen Verständnis und Sorgen

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Umfrage von Biathlon bis Volleyball

Wieder steht das sportliche Leben im Landkreis Waldeck-Frankenberg weitgehend still. Spätestens ab Montag ist nach dem Beschluss von Bund und Ländern weder ein Trainings- noch ein Wettkampfbetrieb im Amateursport erlaubt.

Waldeck-Frankenberg – Auch die Fitnessstudios dürfen nicht öffnen. Die Regelungen gelten vorerst bis Ende November. Schnell reagierten am Donnerstag die ersten Fachverbände. So lassen der Hessische Handballverband und der Hessische Tischtennisverband ihren Spielbetrieb vorerst bis zum 31. Dezember 2020 ruhen.

Der Hessische Fußball-Verband folgte am Abend. Die Kicker befinden sich damit in der vorgezogenen Winterpause, sie gilt ebenfalls erst mal bis Ende des Jahres, und zwar von der Hessenliga bis zu allen Jugendklassen.

Auch viele Vereine haben bereits das Training eingestellt. Sie stehen ebenso wie der Sportkreis zum Großteil hinter den Beschränkungen. „Für mich stehen die Gesundheit, die Bildung und Betreuung der Kinder sowie die wirtschaftliche Situation im Mittelpunkt. Der organisierte Sport muss jetzt vier Wochen mit einer Pause leben in der Hoffnung, dass ab Dezember wieder Sport in Gruppen möglich sein wird“, sagte Uwe Steuber, Vorsitzender des Sportkreises Waldeck-Frankenberg.

Ganz froh über die Vorgaben: Astrid Köhler, Abteilungsleiterin Turnen des TSV Korbach.
© pr

Astrid Köhler, Leiterin der Turnabteilung des TSV Korbach, war froh, dass die Politik die Entscheidung zum Lockdown getroffen hat: „Wir haben uns zuletzt immer mehr hin- und hergerissen gefühlt, ob wir in diesen Zeiten das Angebot weiter aufrechterhalten können.“

Till Vollmar, Trainer und Abteilungsleiter der Leichtathleten des TSV Frankenberg sagte: „Der Schnitt ist jetzt richtig. Wir alle haben Verantwortung gegenüber unseren Eltern und Großeltern, aber auch unseren Arbeitgebern.“

Neben das Verständnis treten aber auch Sorgen. Für die Aktiven des Ski-Clubs Willingen wäre der Stillstand so kurz vor der Saison „eine Katastrophe“, sagte Sportwart Volkmar Hirsch. Und beim TV Volkmarsen fragt sich Badminton-Sportwart Felix Drude-Kampczyk, ob der Nachwuchs zur Stange hält.

Handball

Der Hessische Handball-Verband hat schnell reagiert und den Spielbetrieb bis zum 31. Dezember ausgesetzt. Nach den Weihnachtsferien möchte der HHV mit der Rückrunde starten. Bislang wurden kaum Spiele ausgetragen. Der TSV Korbach weist noch gar keine Einsätze vor. Die Abteilung hatte schon vor dem Bund-Länder-Beschluss das Training eingestellt. „Aufgrund der steigenden Infektionszahlen haben wir keine andere Wahl gesehen“, sagte Abteilungsleiter Stefan Backhaus, der für die Entscheidung der Politik Verständnis hat und klare Worte fand: „Es ist ja oft genug davor gewarnt worden, aber viele wollten nicht hören. Es gab bei einigen keine Verhaltensänderung, die jammern jetzt rum.“

Bei der HSG Twistetal ruht der Trainingsbetrieb bereits seit Mittwoch. „Nun haben wir alles abgesagt. Wir haben da auch eine Vorbildfunktion und wollen es nicht bis zum Schluss ausreizen“, berichtete der HSG-Vorsitzende Thomas Tönepöhl. Auch er versteht die Entscheidung der Politik, kritisch sieht er Alleingänge von Vereinen zuletzt. „Ich habe immer gesagt: Wir hören auf die Politik. Wenn die sagen, wir spielen, dann spielen wir. Wenn die wie jetzt sagen, hört auf, dann hören wir auf.“

Für die Fortsetzung der Serie bringt Backhaus eine einfache Punktrunde oder für die Jugend Turnierformate ins Gespräch. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen nicht den Spaß am Handball verlieren und wir sie an andere Sportarten verlieren.“

Leichtathletik
Manfred Hamel, Leichtathletik

„Ich finde es schade, aber es ist aus meiner Sicht notwendig“, sagte Manfred Hamel, zum neuerlichen Stillstand. Er ist Trainer und einer der Abteilungsleiter beim TSV Korbach, der die größe Leichtathletiksparte im Kreis unterhält, „Meine Einschätzung ist, dass wir einen Monat hinbekommen werden, ohne dass wir Angst haben müssen, dass Athleten uns den Rücken kehren.“ Hamels Zuversicht nährt die Entwicklung im letzten halben Jahr. Trotz Wettkampfflaute hat die Sparte unterm Strich (jüngere) Aktive dazugewonnen.

Die Leichtathleten haben nach den Herbstferien wie üblich das Training umgestellt. Anders als in der Vergangenheit setzten sie es in Korbach aber im Freien fort. .„Wir hatten vor, nicht in die Hallen zu gehen und haben uns auch mit den jüngeren Gruppen abgestimmt, dass wir den Paul-Zimmermann-Platz bis Weihnachten durchgehend nutzen. Das lief bisher super“, erzählte Hamel. „Jetzt müssen wir von Hundert auf Null gehen.“ Die Athleten stellen wie im Frühjahr wieder auf Individualtraining um und erhalten Trainingspläne.

Den ganzen Artikel mit Meinungen von Vertretern anderer Vereine und Sportarten findet Ihr in der Printausgabe der WLZ und auch → hier.

Quelle

Waldeckische Landeszeitung

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV 1850/09 Korbach e. V. Sportredaktion: Gerhard Menkel (Leiter), Manfred Niemeier, Werner Spitzkopf, Jürgen Heide, Reinhard Schmidt und Dirk Schäfer.

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