Ein neue Gürtel für Mario Jassmann

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Abbruchsieg nach fünf Runden für den Korbacher gegen Ericles Torres Marin

Mario Jassmann (Korbach, links) und Donald Brown (Kalifornien, USA) Foto: Artur Worobiow

VON DIRK SCHÄFER

Meineringhausen – Bis jetzt hieß er Internationaler Deutscher Meister. Seit Samstag, 23 Uhr heißt Mario Jassmann Interkontinental-Meister im Supermittelgewicht nach Version der WBF (World Boxing Federation). Nach genau fünf Runden stand Jassmanns neuer Meilenstein gegen den in Ungarn lebenden Kubaner Ericles Torres Marin fest.

Die letzten zehn Sekunden der fünften Runde waren schon „angeklopft“, die 450 Zuschauer in der ausverkauften Walmehalle hatten sich auf eine sechste eingestellt. Denn der 43-jährige Rechtsausleger (33 Kämpfe/20 Siege) erwies sich als fit und willens, die volle Distanz zu gehen.

Fünf Sekunden vor Ende der Runde fand dann ein linker Haken von Jassmann Richtung Leber sein Ziel, und der sympathische Kubaner ging zu Boden. Gleichwohl war er bereit für Runde sechs – bis Dr. Gudrun Pyka ins Spiel kam. Die Ringärztin verweigerte ihr Okay, ließ Torres Marin nicht weiterboxen. „Der Cut unterm Auge war zu groß“, berichtete Marin.

Eine Zeitlang waren kaum Unterschiede auszumachen, auch Reichweitenvorteile gab es für keinen. In Runde eins rasselten beide unabsichtlich mit den Köpfen zusammen, was aber ohne Folgen blieb. Marin setzte selbst Akzente, Jassmann musste einstecken – in Runde drei hatten zwei der drei Ringrichter den Kubaner nach Punkten vorn gesehen. International hängen die Trauben eben höher. „Der ist ganz schön ausgebufft“, kommentierte Reinhard Jassmann am Ringrand.

Und in der Tat: Je mehr die Kräfte schwanden, umso unsauberer agierte der Herausforderer. Aber das gehört dazu. Und Jassmann junior, stets einer, der in der zweiten Kampfhälfte zulegen kann, ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. „Er hat den Gegner schön ausgepunktet“, lobte sein Promoter Enrico Schütze, nachdem Jassmann Runde für Runde immer wieder kleine und mittlere Wirkungstreffer erzielt hatte – bis Marin zur sechsten Runde nur noch zum gratulieren in den Ring zurückkehrte.

Und Jassmann konnte sich wenige Tage vor seinem 32. Geburtstag wieder einmal bei einem Heimspiel feiern lassen. Auch sein 20. Profikampf (16 K.o.) endete erfolgreich, und brav ließ der Lokalmatador die lange Schlange von Fans ihre Fotos schießen. „Jetzt trinke ich noch eine Cola, und dann gehe ich schlafen“, hatte Jassmann nach Kampfende im Ring dem Publikum gesagt. So tat er es dann auch. Und träumte vielleicht von weiteren internationalen Auftritten in seiner Karriere. Denn eines hatte er zuvor ja auch noch gesagt. „Es ist mein erster internationaler Titel. Und es soll nicht mein letzter sein.“

Im übrigen war der Lokalmatador nicht der einzige, dessen Fotos begehrt waren. Auch Henry Tilman war ein gefragter „Selfie-Partner“. Der Trainer von US-Boy Donald Brown ist bekannt als einer, der zweimal Mike Tyson geschlagen hat. 1984 bei der US-Ausscheidung für Olympia in Los Angeles war es, dort gewann er später Gold. Man spürte aber nicht, dass Tilman sich als Star fühlt. Er führte lockere Gespräche und verdrückte sich auch nicht wie so viele vorzeitig. Es sei ein gelungenes Event, meinte Tilman und hob mehrfach den Daumen, als er auf Jassmanns Leistung angesprochen wurde. „He’s a good guy.“ »

Weitere Artikel zum Box-Event in Meineringhausen finden Sie in der Printausgabe der Waldeckischen Landeszeitung vom 11.11.2019.

Quelle

Waldeckische Landeszeitung

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