Vorstand und Geschäftsführung des TSV Korbach

Sportzentrum:
Stellungnahme des Vorstands

In Allgemein von Thorsten Spohr2 Kommentare

Liebe Sportfreunde!

Thorsten Spohr - Stellvertrener Vorsitzender des TSV 1850/09 Korbach e. V.

Thorsten Spohr

Das Thema Sport- und Gesundheitszentrum des TSV Korbach schlägt hohe Wellen – so wie wir das auch erwartet haben. Andererseits wäre es auch schlimm, wenn es nicht so wäre, zeigt es doch, dass sich viele Mitglieder Gedanken um den TSV machen. Gedanken um die Zukunft des TSV machen auch wir uns. Unser Verein muss sich – will er in der Größe in den nächsten Jahrzehnten überleben – neu aufstellen und verändern. Der Neubau einer Geschäftsstelle mit angegliedertem Sportzentrum bietet uns dafür die richtig Möglichkeit, davon ist der Gesamtvorstand überzeugt. Wir möchten Euch kurz aufzeigen, warum wir dies denken.

Die Vereinswelt verändert sich

Sportvereine müssen mit der Zeit gehen und sich verändern. Genau so, wie sich Sport und Gesellschaft selbst verändern. Demografischer Wandel, ein verändertes Freizeitverhalten, die Ganztagsschule, eine anspruchsvollere Arbeitswelt – all dies hat schon jetzt die Sportvereine getroffen. Studien zeigen, dass Sport zwar weiterhin einen großen Stellenwert in der Gesellschaft haben wird. Allerdings werden die klassischen Vereinsangebote und Sportarten zahlenmäßig abnehmen – und damit die Zahl der Sport treibenden Menschen im Sportverein. Ohne Gegenmaßnahmen wird die Zahl der Mitglieder schon bis 2020 um zehn Prozent sinken, wie Matthias Schäfer vom Fachdienst Sport des Landkreises in einem Vortrag vor wenigen Wochen in Goddelsheim berichtet hat. Erschreckende Zahlen hat vor diesem Hintergrund der VfL Bad Wildungen während der Veranstaltung bekannt gegeben: Allein von Januar bis August 2017 musste der VfL den Verlust von 140 Mitgliedern verkraften, bei nur rund 60 Neuaufnahmen und einem Gesamtmitgliederbestand von knapp unter 1000. Wir als TSV wollen alles versuchen, damit dieser Fall, der sich in Ansätzen auch bei uns ankündigt, nicht eintreten wird. Denn dann ist der Fortbestand dieses Vereins stark gefährdet.

Trend Gesundheitssport

Die Bedeutung des Gesundheitssport wird mit einer zunehmend älteren Bevölkerung dagegen weiter zunehmen und damit ist klar: Wir brauchen dringend Angebote für Menschen, die älter sind als 30 Jahre. Schon jetzt ist die Nachfrage groß, die Geschäftsstelle muss regelmäßig Interessenten sagen, dass wir keine Angeboten haben. So haben wir als TSV Korbach in den vergangenen Jahren massiv Mitglieder zwischen 30 und 70 Jahren an kommerzielle Anbieter verloren – und damit viele Beitragszahler. Wie groß die Nachfrage ist, zeigt auch ein Angebot des Sportkreises Waldeck-Frankenberg: Dieser hat seit Frühjahr Kurse angeboten, die vor allem in unserer Kreisstadt sehr gut angenommen werden.

Die derzeitige Situation

Auch wir arbeiten derzeit an einem Angebot für Gesundheitssport, wollen das Sportkreisangebot übernehmen und ausbauen. Schnell sind wir bei der Planung auf große Probleme gestoßen. Wir können aufgrund der eingeschränkten Hallenkapazitäten kaum neue Angebote einrichten. Tagsüber ist dies völlig ausgeschlossen, da die Schulen die Sporthallen immer länger blockieren und in den Abendstunden sind die klassischen Sportarten in der Halle. Sollen wir für diese neuen Angebote klassischen Sportarten Hallenzeiten wegnehmen? Für uns ist dies keine Option.

Die Probleme der Geschäftstelle

Unsere Geschäftsstelle an der Karpartenstraße ist in die Jahre gekommen. Oder anders ausgedrückt: Sie ist baufällig. Energetisch gesehen ist das Gebäude eine Katastrophe. Eine Sanierung ist schlichtweg wirtschaftlich nicht darstellbar. Auf den Verein würde in den kommenden Jahren ohnehin ein Neubau zukommen, der ebenfalls sehr viel Geld kosten wird. Wir brauchen als Verein eine Geschäftsstelle mit Versammlungsmöglichkeit, die alle Abteilungen nutzen können.

Was ist der Vorteil des Sport- und Gesundheitszentrums?

Wir könnten die Probleme – Erweiterung des Sportangebots und Neubau eines Vereinsheims – kombinieren und uns dafür hohe Zuschüsse sichern. Wir werden für den Neubau Zuwendungen von Stadt, Landkreis und Land Hessen in einer Größenordnung von fast 600 000 Euro bekommen. Dies sind Zuschüsse, die es übrigens nicht geben würde, würden wir nur eine normale Geschäftsstelle in der bisherigen Größenordnung bauen. Hierfür würde es nur einen Bruchteil an öffentlichen Zuwendungen geben. Anders gesagt: Wir vermehren mit unserem Vorhaben unser Vereinsvermögen. Das darf in der Diskussion nicht untergehen. Mit dem geplanten Sportzentrum und den dort angebotenen Kursen im Bereich Gesundheitssport wollen wir die Mitgliederzahl erheblich steigern und Erfahrungen aus anderen Vereinen zeigen, dass dies gelingen wird.

Was würde ohne Sportzentrum passieren?

Alle Abteilungen würden darunter leiden. Da uns weiter Mitglieder ab 30 Jahren verlassen werden, wird die Zahl der Mitglieder weiter drastisch sinken. Und damit auch unsere Einnahmen, die sich zu einem Großteil aus den Mitgliedsbeiträgen zusammen setzen. Die Folge wäre, dass zum Beispiel der Unterhalt der Vereinsbusse in Frage gestellt werden muss, ebenso die ohnehin spärliche Übungsleiterbezahlung und auch die Etats der einzelnen Abteilungen. Jedem muss klar sein: Sinken die Beiträge, müssen die Kosten angepasst werden. Und: Beitragserhöhungen wären unvermeidlich, ohne das es davon einen Mehrwert für den Verein gibt. Kleinere Abteilungen werden nach für nach verschwinden, das Sportangebot in Korbach wird kleiner werden. Anders ausgedrückt: Der TSV Korbach wird seine Bedeutung verlieren und damit auch die Stadt Korbach einen wichtigen Partner im sozialen Gefüge der Stadt. Wollen wir das zulassen?

Wir vom Vorstand sind davon überzeugt, dass die Kombination aus notwendigem Neubau einer Geschäftsstelle und eines Sport- und Gesundheitszentrum der einzige Weg ist, den Verein TSV Korbach für die Zukunft gerüstet und modern aufzustellen. Die Vorteile dieses Vorhabens überwiegen die Nachteile bei weitem. Wir sind ferner davon überzeugt, dass es uns bei einer Steigerung der Mitgliederzahl schnell gelingen wird, die angekündigte Sonderumlage abzuschaffen. Wenn es uns gelingt, nur 200 Mitglieder mehr in den Verein zu holen, dann wird diese Umlage schon nicht mehr notwendig sein.

Von dem neuen Sportzentrum profitieren alle Abteilungen unseres Großvereins. Nur dieses Vorhaben sichert den Fortbestand der bisherigen Sportarten, egal ob es Handball, Fußball, Turnen, Basketball, Judo oder Tanzen ist. Alle Abteilungen sind davon abhängig, dass der TSV als Gesamtgebilde gesund und modern aufgestellt ist. Ist unser Verein dies in Zukunft nicht mehr, dann wird jede Abteilung darunter leiden.

Lasst es nicht soweit kommen! Informiert Euch bei der Veranstaltung am Freitag, 22. September (20 Uhr), bei Zabels über unser Vorhaben. Wir freuen uns auf Eure Fragen und die Diskussion mit Euch. Gerne könnt ihr Euch auch jederzeit an den Vorstand wenden. Wir wollen transparent über dieses Thema berichten und informieren.

Alle Abteilungen müssen zusammenarbeiten, um den Fortbestand des gesamten Vereins zu sichern. Nur gemeinsam können wir die Zukunft gestalten!

Für den Gesamtvorstand des TSV 1850/09 Korbach

Thorsten Spohr
stellv. Vorsitzender

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Kommentare

  1. Sicher sollte man mit der Zeit gehen und alles gut überdenken.
    Aber Plannungen wie beim Hallenbad geben zu bedenken …..wer ist der richtige Mann dafür der einen klaren Kopf hat ?

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