Handball: Korbach verzichtet auf Landesligarelegation

In Handballby Thorsten Spohr

TSV will nächste Saison nicht in der Landesliga spielen

VON THORSTEN SPOHR

Korbach. Der TSV Korbach wird nicht in der Relegation um den Aufstieg in die Handball-Landesliga Nord spielen. Wie die Kreisstädter am Freitag bekannt gaben, verzichten sie freiwillig. Der Grund? Für eine erfolgreiche Saison in der Landesliga sieht der Vorstand keine Perspektive.

„Der Sprung ist zu hoch und kommt für unseren Kader zu früh“, sagte Robert Müller, stellvertretender Abteilungsleiter der Korbacher Handballer. Neuverpflichtungen gab es bislang keine und wird es laut Müller auch wohl nicht geben. „Wir haben schon einmal einen  Abstieg aus der Landesliga mitgemacht und wir wissen, was das für Auswirkungen auf das Umfeld und das Mannschaftsgefüge haben kann“ sagt Müller. „Davor wollten wir Mannschaft und den Verein bewahren.“

Eigentlich wollten die Kreisstädter die Mannschaft die Relegation noch spielen lassen, schließlich habe sich das Team die durch die starken Leistungen verdient, wie Müller erklärt. Allerdings wollten die Korbacher auch nach Rücksprache mit dem hessischen Handballverband  noch vor dem letzten Spieltag ihren Aufstiegsverzicht erklären.

Trainer Harald Meißner steht hinter dem Entschluss und hinter seiner Mannschaft‚ „egal in welcher Liga“. Zwar hätte er es seinem Team gegönnt, die Relegation zu spielen. Aber: „Der Verein zieht die Konsequenz aus den nicht realisierten Verstärkungen“, wie Meißner erklärt. Nach der Niederlage in Wehlheiden hatten sich die Korbacher laut Meißner weitere Absagen  von möglichen Neuzugängen eingehandelt, für die Landesliga wäre der Kader somit weiter nicht groß gewesen. „Bei uns durfte nicht viel passieren. Für die Landesliga hätte das nicht gereicht“, verrät Meißner nichts Neues. In Wehlheiden habe man gesehen, dass dem Kader die nötige Breite fehle. „Man darf dann von den Konsequenzen nicht die Augen verschließen“, sagt der Zwehrener. „Wir wollen weiter unsere jungen Spieler aufbauen und dann macht diese Entscheidung auch Sinn.“ Auf die weitere Arbeit von Meißner hat der Entschluss keine Auswirkungen. Er wird auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen.

Wie es nun in Sachen Relegation weitergeht, darüber herrschte es gestern lange Zeit Unklarheit. Während der Bezirk Kassel-Waldeck eigentlich klar geregelt hat, dass nur der Tabellenzweite an der Relegation teilnehmen darf und somit Ost-Mosheim kampflos aufgestiegen sein müsste, beharrte der hessische Verband darauf, dass die Aufstiegsspiele stattfinden müssen. Laut Bezirksspielwart Marten Preuß hat sich so der HSC Zierenberg als Tabellendritter der Bezirksoberliga Kassel-Waldeck bereiterklärt, an den Aufstiegsspielen gegen Ost-Mosheim mitzuwirken. Verbandsklassenleiter Manfred Leber hatte am Nachmittag bereits die Spiele entsprechend im Ergebnisportal sis-handball.de angesetzt.

Quelle

Thorsten Spohr

*1978, Volo 2001 bis 2003 bei der HNA, seit 2010 Lokalsportredaktion Waldeck-Frankenberg. Besonders dem Handballsport verbunden. Stellvertretender Vorsitzender des TSV Korbach

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