400 Meter
Tatjana Schilling holt Silber

In Leichtathletik von Waldeckische Landeszeitung

Korbacher Leichtathletik-Seniorin knackt endlich die Eine-Minute-Marke
Silber, das sich „wie Gold anfühlt“

Malaga. Im drittletzten Wettbewerb der Weltmeisterschaft der Leichtathletik-Senioren hat Tatjana Schilling ihren Medaillensatz komplett gemacht.

Eine Minute. Eine schier magische Grenze für Tatjana Schilling auf der 400-Meter-Distanz. „Die Minute will einfach nicht fallen“, konstatierte die 47-jährige Lelbacherin nach dem Halbfinale bei der Weltmeisterschaft im spanischen Málaga. Den Wimpernschlag von zwei Hundertstelsekunden war sie über den 60 Sekunden geblieben.

Neue persönliche Bestzeit

Am Freitagvormittag dann fiel sie endlich doch, die Minute. 59,71 Sekunden. Diese neue persönliche Bestzeit erfüllte zwar der vielseitigen Athletin des TSV Korbach nicht den Traum vom Gold, aber den Traum, auf dieser Strecke eine Medaille zu holen.

Ihre größte Widersacherin LaTrica Dendy aus den USA war in 58,67 noch ein Sekündchen flotter auf der Stadionrunde unterwegs, aber das schmälerte die Freude kein bisschen. „Eine Silbermedaille, die sich wie eine „goldene“ anfühlt. Ich bin überwältigt und wahnsinnig stolz, sodass bereits einige Tränen geflossen sind“, berichtete Schilling von ihrem dritten Wettkampf.

Minutenlang im Ziel gelegen

Der begann am Donnerstag mit einem „nervenaufreibenden Tag“ für die Korbacherin. Bis 19.20 Uhr musste sie warten, die Anspannung war enorm. Im Halbfinallauf über 400 Meter legte sie mit 1:00,02 Minuten eine Zeit hin, die keine Konkurrentin unterbot. „Die US-Amerikanerin und die Australierin sind bärenstark.“, wusste Schilling, dass es „richtig spannend“ werden würde im Finale. Wurde es auch. Schilling machte ihre Ankündigung wahr, „volle Attacke“ zu gehen. „Ich habe absolut alles gegeben und lag anschließend minutenlang im Ziel“, so die Silbermedaillengewinnerin, um die sich Sanitäter kümmerten, um den Sauerstoffgehalt und den Puls zu messen. „Aber alles gut“, vermeldete die glückliche Zweite.

Danach erstmal an den Strand

„Es liegen vier Tage voller Anspannung hinter mir. Ich konnte mich von Lauf zu Lauf steigern und zweimal meine Bestmarke knacken. Einfach grandios, die Minute zum ersten Mal in einem so hochkarätigen WM-Finale unterbieten zu können. Meine Trainingspläne waren perfekt und die vielen quälenden Tempoläufe haben sich gelohnt“, sagte Schilling, die nach ihrem insgesamt achten WM-Gold (Siebenkampf) und Bronze im Weitsprung den Medaillensatz an der spanischen Mittelmeerküste komplett machte.

Dort freut sich Schilling nun nach den Entbehrungen der vergangenen Wochen „auf etwas ordentliches zu Essen und ein Sonnenbad am Meer“. Am Sonntag wird die M45-Staterin dann noch für Deutschland in den Staffeln über 4×100 und 4×400 Meter an den Start gehen. (schä/r)

Quelle

Waldeckische Landeszeitung

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