BLAUES SOFA: Mario Jassmann vor der Titelverteidigung

In Allgemein, Boxen von Waldeckische Landeszeitung

„Gürtel bleibt in Korbach“

VON DIRK SCHÄFER

Das blaue Sofa der WLZ ist jetzt auch mobil. Mario Jassmann, Profiboxer aus Korbach, nahm als erster darauf Platz. Foto: schä

Korbach – Alle Kräfte mobil machen will Mario Jassmann am Samstagabend. In der Kreissporthalle verteidigt der Profiboxer zum dritten Mal seinen Titel als Internationaler Deutscher Meister (BDB) im Supermittelgewicht. Sein Gegner ist der 33-jährige Mika Joensuu aus Finnland, der anstelle des zuerst angedachten Florian Wildenhof (Koblenz) in den Ring steigt.

Mobil gemacht hat auch die WLZ. Das „Blaue Sofa“ geht nun auch auf Reisen – und hat Jassmann im Domizil der TSV-Boxabteilung in der Fitness-Vital-Farm in Korbach besucht. Jassmann plauderte auf dem Sofa über seine Kampfstrategie, die Chance auf einen Europameisterschafts-Kampf und über seinen Alltag im Vorfeld des Boxabends.

Nur noch wenige Tage bis zum Heimspiel in Korbach. Kribbelt’s schon langsam?

Die Vorfreude ist natürlich groß. Das Kribbeln kommt dann im Laufe des Samstagabends.

Gab es Probleme in der Vorbereitung?

Nein, ich bin mit den zehn Wochen Vorbereitung sehr zufrieden, zumal ich nicht krank oder verletzt war. Die Sparrings mit Niels Schmidt aus Wismar und dem Offenbacher Ali Güncavdi waren dabei sehr hilfreich. Jetzt in den letzten Tagen vor dem Kampf lasse ich es ruhig angehen.

Jahres-Höhepunkt in der Heimatstadt – kann man sich überhaupt in Ruhe vorbereiten angesichts des Stresses?

Natürlich habe ich jetzt im Vorfeld des Kampfabends mehr im Kopf als nur meinen Fight. Man muss noch mit organisieren helfen, Karten besorgen. Aber ich verspüre keinen zusätzlichen Druck; ich werde eher gelassener, je länger ich Profi bin.

Im Kino läuft seit einiger Zeit ein Werbetrailer für die Titelverteidigung am 9. Februar. Wie geübt sind Sie inzwischen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit?

Marketing, soziale Medien und solche Dinge gehören einfach dazu. Früher hatte man es sicher einfacher, zumal es noch nicht so viele Möglichkeiten gab. Ich bin da meist auf mich allein gestellt, aber ich weiß, wie groß der Nutzen sein kann und komme damit klar. All das hilft, die Vorfreude auf dem Kampf noch zu steigern.

Auch die Boxfans scheinen sich zu freuen. Der Vorverkauf läuft sehr gut, wie man hört.

Es sieht so aus, als würden wir mehr als die 800 Zuschauer erreichen, die vor zwei Jahren kamen. Bereits 500 Karten wurden im Vorverkauf abgesetzt. Es gibt nur noch Tickets für die Tribüne.

Woran liegt das?

Der Termin Ende 2017 in der Vorweihnachtszeit war nicht besonders glücklich. Außerdem wissen die Leute zu schätzen, dass es in Korbach ehrlichen Sport zu sehen gibt. Sonst würde man nicht aus Bayern oder Mecklenburg anreisen.

Wie gut ist der Gegner, Mika Joensuu?

Er ist ein stabiler, fairer Kämpfer. Er kann einiges einstecken, und vor allem: Er kommt nach vorne, hat einen offensiven Boxstil, was mir gut liegt. Der Gürtel bleibt in Korbach, heißt mein Motto für Samstag.

Haben Sie schon Pläne für die Zukunft? Mit 31 ist man ja noch nicht zu alt im Boxgeschäft.

Ich denke erstmal nur an Samstag. Aber ich bin im besten Boxalter und bei zwei internationalen Verbänden im Ranking gelistet. Ich denke, es dauert nicht mehr lange, bis ich die Chance auf einen EM-Kampf bekomme. Ich weiß aber nicht, wann der entsprechende Anruf kommt. Bis dahin kann ich mich nur empfehlen – wie etwa mit einem Sieg am Samstag. »

Quelle

Waldeckische Landeszeitung

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Die Waldeckische Landeszeitung ist die Heimatzeitung des TSV 1850/09 Korbach e. V. Sportredaktion: Gerhard Menkel (Leiter), Manfred Niemeier, Werner Spitzkopf, Jürgen Heide, Reinhard Schmidt und Dirk Schäfer.

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